Holzbau Bruno Kaiser: „Schwarzwälder Kulturgut zu erhalten, liegt uns besonders am Herzen.“

Veröffentlicht am 6. November 2019
KategorieHolzbau
StandortBernau
Status Jetzt geschlossen

Bruno Kaiser, Zimmerermeister

und Firmengründer: „Schwarzwälder Kulturgut zu erhalten, liegt uns
besonders am Herzen.“

 

Der Naglerhof –Zeitzeuge aus dem 16. Jahrhundert – erhielt seinen Namen, da unter seinem Dach einmal Nägel hergestellt wurden. Hier lebten schon viele Generationen. Er ist der älteste noch vorhandene Hof in Bernau im Schwarzwald und gehört unabdingbar zum Kulturgut des Hochtals. Erbaut im Jahr 1538 im kleinen Ortsteil Hof im hintersten Winkel des Tals, ist der Naglerhof ein stattliches Gebäude seiner Zeit. Die riesige Dachfläche zieht sich über Wohnteil und Stall – ein Eindachhof, wie er damals im Schwarzwald üblich war. Mit seinem insbesondere an der Nordseite weit heruntergezogenen Walmdach wurde er baulich an die Bedingungen des Schwarzwaldes angepasst. Nach über 470 Jahren in der rauen Natur und mit einigen Besitzerwechseln war dem Naglerhof sein Alter anzusehen. Die Innenräume wurden über die Jahrhunderte immer wieder verändert, dem Geschmack der Bewohner und dem Stil der Zeit angepasst. Dies erfolgte ohne Berücksichtigung des Denkmalschutzes und veränderte das Gesicht des Hofes im Wohnbereich stark. Glücklicherweise entdeckte eine Familie aus dem Saarland den Naglerhof auf der Suche nach einem Wohnort mit historischem Hintergrund. Ihr war die Erhaltung solcher Baudenkmale genauso wichtig wie dem Zimmerermeister Bruno Kaiser aus Bernau. Alles sollte so originalgetreu wie möglich werden. Mit viel handwerklichem Geschick, Erfahrung und nach strengen Regeln der Denkmalschutzbehörde wurde somit aus dem sanierungsbedürftigen Hof ein neues Zuhause für die Familie und ein Schmuckstück für die Gemeinde.

Bruno Kaiser und sein Team der Holzbau Bruno Kaiser GmbH nahmen das Vorhaben 2010 in Angriff. Vom alten Bundwerk wurde so viel wie möglich belassen. Doch aufgrund ebendieser Umbauten durch die Vorbesitzer, hauptsächlich in den 1960/1970er-Jahren, mussten einige Wände, Decken, Böden, Elektro- und Sanitärinstallationen erneuert werden. Auch das Dach und ein Teil der Fundamente waren in Mitleidenschaft gezogen. Um die Sanierung stilgerecht und nach den Wünschen der Bauherrschaft durchzuführen, wurden Altholz sowie historische Beschläge und Glas benötigt. Diese konnten bei anderen uralten Höfen, die dem Abriss zum Opfer fielen, gesammelt und vom Schreiner aufbereitet werden. Die Sanierungsmaßnahme brachte auch einige Herausforderungen mit sich. So musste beispielsweise die Decke über dem Wohnzimmer weichen und damit auch ein Stahlträger, der für das Tragwerk von großer Bedeutung war. Durch den Einbau einer Brettstapeldecke konnte die statische Hürde gemeistert werden – gleichzeitig war dies auch eine Lösung im Sinne des Denkmalamtes. Die Massivholzdecke erlaubt eine hohe statische Belastung und ist mit ihrer originalgetreuen Verkleidung in Tannenholz auch optisch sehr ansprechend. Die Schlafzimmer in den darüberliegenden Räumen mussten ebenfalls umgebaut werden. Dank der traditionellen Schwarzwälder Ständer-Bohlen-Bauweise – hierin ist Bruno Kaiser Experte – erhielten die Zimmer ihren ursprünglichen Charakter zurück. Die Ausfachungen in den Wänden wurden mit ökologischer Holzfaser gedämmt. Somit konnte neben einer optimalen Wärmedämmung auch ein gesundes Raumklima erzeugt werden. Die Bauherrschaft ist glücklich. Der historische Hof konnte nicht nur gerettet werden, sondern ist auch zum Rückzugsort für die ganze Familie geworden. Auch Bruno Kaiser ist mehr als zufrieden. Urige Schwarzwaldhöfe zu erhalten, war schon immer seine Leidenschaft und das Spezialgebiet der Holzbau Bruno Kaiser GmbH. Der Firmengründer ist überzeugt, dass der Naglerhof noch lange Wind und Wetter trotzen wird und seine Geschichte weit in die Zukunft trägt.

Text und Fotos: Holzbau Bruno Kaiser GmbH

 

Projekt Sanierung Naglerhof in Bernau

Haustyp: Schwarzwälder Eindachhof

Bauweise: Ständer-Bohlen-Bauweise

Fassade: Holzschindeln

Dach: Krüppelwalmdach, komplette Dacheindeckung 

mit gespaltenen Holzschindeln

Haustechnik: CO2-neutrale Pelletheizung

Sanierung: 2010