lehmann_holz_bauten „Wohlfühloase in klarer Formensprache“

Veröffentlicht am 1. April 2019
KategorieArchitektur
Status Geöffnet

WOHLFÜHLOASE IN KLARER FORMENSPRACHE

PLUSENERGIEHAUS IN HOLZSYSTEMBAUWEISE IN GEISINGEN

Architektur:
Im Norden ist das Plusenergiehaus bis auf wenige Öffnungen geschlossen. Auf der Südseite geben großzügige, raumhohe Öffnungen und Verglasungen den Blick auf die Hegauberge und in den Schwarzwald frei. Im Eingangsbereich wurden das Gäste-/Tages-WC, die Garderobe und der Hauswirtschaftsraum platzsparend untergebracht, damit die Bereiche Kochen/Essen/Wohnen voll zur Geltung kommen. Bei Raumbreiten von 4 m, einer Möblierzone von 1 m und Erschließungszonen von 2 m entstehen in beiden Geschossen lichtdurchflutete Räume. Die vorgelagerte, überdachte Terrasse im Westen verstärkt das großzügige Raumgefühl. Die überdachten Stege im Süden und der niveaugleiche Übergang verbinden den Innen- mit dem Außenraum und dienen als konstruktiver Sonnen-/Wetterschutz. Im OG (Ebene +1) sind die Nutzungen Schlafen, Bad, Kind 1, 2 und Arbeiten bzw. Multifunktionsraum von Ost nach West im Primärraster (3 bzw. 4 m) aneinandergereiht und vom Flur/Treppenraum mit einer Schrankzone abgetrennt. Durch die Oberlichter ist der Tag vom Sonnenaufgang bis zum Sonnenuntergang in jedem Raum spür- und erlebbar. Im UG (Ebene -1) wurde die gleiche Anordnung von Erschließungs-, Möblier- und Nutzzonen übernommen. Das gegenüber angeordnete Nebengebäude (Carport, Garage, Lager) schafft einen Innenhof und Blickschutz zur Erschließungsstraße.

Bautechnik/Tragwerk:
Die Anpassung des Raumprogramms an die Holzrastersystembauweise (Primärraster 3 bzw. 4 m, Sekundärraster 1 m) ermöglicht besonders wirtschaftliche Holzbauten mit kurzer Bauzeit. Die effizienten und kostenoptimierten Bauteile werden teilvorgefertigt und mit Holzfaser gedämmt. Einfache, reduzierte Materialwahl, Konstruktionen und Bauteile sowie standardisierte Anschlüsse und Übergänge bestimmen den Entwurf, die weitere Planung, die Projektierung und die Realisierung bis ins Detail. Besonders hohen Wert wurde auf baubiologisch unbedenkliche Baustoffe und wohngesundes Bauen gelegt. Es wurden einheimische/regionale und, wo möglich, naturbelassene Materialien/Hölzer verwendet. Die Konstruktion wurde in KVH (Fichte/Tanne) und die Außenbekleidungen in Douglasie ausgeführt. Die Fenster und Türen wurden ebenfalls in Holz ausgeführt. Im Innenbereich wurden Eichenhölzer verwendet. Auf Wunsch der Bauherren wurde der Eltern-/Schlaf-/Badbereich so offen wie möglich gestaltet und lediglich das WC und die Dusche abgetrennt. Die im Osten vorgelagerte Dachterrasse ist überdacht und erweitert die Privatzone. Die Holznetzfassade und die im Zwischenraum eingebauten flexiblen Screens schützen vor unerwünschten Einblicken. Das Kinderbad ist in die Erschließungszone integriert und funktional eingerichtet. Die Möbel, Treppen und Böden wurden geölt/gewachst. Außen wurde auf Oberflächenbehandlungen verzichtet. Betoniert wurden nur die Bodenplatte und die erdberührenden Wände. Der Holzbau bzw. die Innenwände und Decken wurden in den Massivbau eingestellt und in der gleichen Weise wie das EG und das OG ausgeführt. Das Nebengebäude wurde als kleine Schwester gegenüber in der gleichen Holzsystembauweise errichtet.

 

Als Leben und Wohnen 4.0 kann man das Raumkonzept beschreiben. Auch die Kombination von Bad und Schlafzimmer in einem Raum entspricht dem.

Energiekonzept:
Das Wohnhaus wurde als Plusenergiehaus und die Bauteile im KfW-70-Standard her­gestellt. Der auf dem Dach des Nebengebäudes durch die integrierte Photovoltaikanlage gewonnene Strom wird in eine Wärmepumpe eingespeist. Die Wärme wird über Fuß­bodenheizungen verteilt und das Brauchwasser gepuffert. Das Plusenergiehaus erzeugt
mehr Energie, als verbraucht wird. Der überschüssige Strom wird intelligent genutzt/verteilt bzw. an das Netz abgegeben (Smart Grid). Die überdachten Stege im Süden und das höhere und tiefere Vordach im Westen unterstützen den natürlichen Blick- und Sonnenschutz. Die hochstehende Sommersonne bleibt draußen und die tiefstehende Wintersonne wird hereingelassen und sorgt an kalten, frostigen Tagen und bei dem rauen Klima auf der Baar für den hohen Anteil der Solargewinne.

PR-Text: lehmann_holz_bauten

Fotos: Fotoatelier René Lamb