Weinhotel Pfeffer & Salz

Veröffentlicht am 19. Dezember 2019
StandortGengenbach

Eine Geschichte von Gastfreundschaft, Wein und Architektur

 

 

Architektur ist immer auch das Abbild ihrer Nutzer und ihrer Umgebung. Das bedeutet, dass es das Ziel eines Entwurfs ist, das „Wesen“ einer Bauaufgabe zu erkennen und in ein individuelles Gebäude zu übersetzen. Das Resultat ist eine Architektur, die nicht nur eine Funktion (Hotel) und eine Form (modernes Schwarzwaldhaus) hat, sondern eine Bedeutung. Diese Bedeutung erfährt das Gebäude durch die kulturelle Tradition der Region und durch die Persönlichkeiten von Julia und Simon Huber: Eine starke lokale Verbundenheit, die sich aber gleichzeitig durch globale Erfahrungen und innovatives Denken auszeichnet. Der Ort, die Traditionen und deren handwerklich innovative Weiterentwicklung prägen die Küche, das Hotel und natürlich den Wein.

Ein Gebäude, das diese Ideale ausdrückt, muss also unterschiedlichen Ausdrücken gerecht werden. Der Schwarzwald und die Historie von Gengenbach als Klostergründung bieten einen sehr prägnanten Anknüpfungspunkt und spielen für die lokale Identität bis heute eine große Rolle. Zu dieser Identität passt auch das dritte große Narrativ: der Wein. Er schafft einen unmittelbaren Bezug zur umgebenden Landschaft und packt die Besonderheit des Ortes in die Flasche. Die drei Elemente Schwarzwald, Kloster und Wein prägen die Architektur des Pfeffer & Salz. 

Die Silhouette greift die Form des klassischen Schwarzwaldhauses auf und interpretiert sie neu. Den klassischen Holzschindeln sind große und glatte Glasflächen gegenübergestellt, die schon von außen andeuten, dass sich das Pfeffer & Salz im Spannungsfeld von Tradition und Zukunft bewegt. Diese architektonische Grundhaltung drückt sich auch sehr konsequent im Empfang, in den Fluren und den Zimmern aus. Die Motive Heimat und Wein treten in unterschiedlichsten Interpretationen (Materialien, Möbel, Kunstwerke) in den Zimmern auf. Doch so wie das inhaltliche Herz des Pfeffer & Salz die Verbindung von Wein und Hotel ist, so ist das architektonische Herz der Kapitelsaal. Hier kommen die unterschiedlichen Themen und Narrative zu einem sehr außergewöhnlichen Raum zusammen. Geprägt wird dieser Raum von der komplexen Holztragstruktur, die in abstrakter Form an ein klösterliches Gewölbe erinnert. Gleichzeitig drücken die gewählten Materialien (Holz, Lehm, Schindeln) die Präsenz des Schwarzwaldes aus. Die abstrakte Geome­trie und ihre filigrane Linienführung können als digitale Fortführung traditioneller Zimmermannstechniken verstanden werden. 

Das Pfeffer & Salz knüpft also an die Traditionen des Ortes an und entwickelt sie in die Zukunft. Dies gilt im Besonderen auch für die Innenarchitektur und die Möbel, die von Klaus Boschert mit großer Leidenschaft entwickelt und hergestellt wurden. Besonders der Bereich um die Rezeption und auch die unterschiedlichen Zimmer wurden mit dem Wissen des traditionellen Schreinerhandwerks in eine moderne und eigenständige Formensprache überführt. Erst diese Liebe zum Detail und die Präzision des Handwerks erzählen die Geschichte zu Ende. Es ist die Geschichte eines Gebäudes, das die kulturelle Tradition des Ortes mit der großartigen Küche und der herzlichen Gastfreundschaft von Julia und Simon Huber vereint. Die Geschichte vom Weinhotel Pfeffer & Salz

 

 

Julia & Simon Huber

Müller + Huber Architektur 

Echomar – Kollektiv für angewandte Baukunst

Boschert Innenausbau