Würthner Wohnen plant individuelle Küchen – auch für historische Gebäude

Veröffentlicht am 8. Dezember 2019

Besondere Küchen für besondere Räume

 

In diesem Fall hatte der Bauherr sehr genaue Vorstellungen – und die waren durchaus herausfordernd: Eine Kücheninsel sollte scheinbar schwebend im Raum platziert sein, damit sie trotz zweier stattlicher Weinkühlschränke an den Seiten Leichtigkeit ausstrahlt und außerdem Raum für eine Sitzmöglichkeit mit ausreichend Beinfreiheit bietet. Gelöst haben Frank Würthner und sein Team dies mit einer auf einem schmalen Sockel ruhenden Stahlplatte, auf der die Geräte der Kücheninsel nun stehen. 

Neben den Weinkühlschränken und dem Sitzplatz ist in der schwebenden Insel auch ein Kochfeld mit Bora professional Abzugssystem inte​griert. Das Besondere daran ist, dass der Dunstabzug unauffällig neben dem Kochfeld eingebaut ist. Eine ideale Lösung, wenn die Küche wie beim Villinger Projekt mit historischen Deckenbalken einen Blickfang bietet, der von einer klassischen Dunstabzugshaube lächerlich gemacht würde. Um den historischen Charakter des Raums zu unterstreichen, entschieden sich die Bauherren für den Kontrast eines Küchenkorpus, dessen Fronten aus anthrazitfarbenem Glas bestehen. 

Im Fall der schwebenden Kücheninsel arbeitete das Küchenstudio von Würthner Wohnen mit einem Schlosser zusammen, bei anderen Sonderwünschen kommen häufig die eigenen Schreiner zum Einsatz. Vor allem aber können die Küchen meist so exakt geplant werden, dass die individuell in Süddeutschland gefertigten Elemente auf den Zentimeter genau passen. Damit dies gelingt, gehört zu Beginn der Planung der Beratungstermin vor Ort für Frank Würthner dazu: „Bevor wir anfangen zu planen, möchten wir die Örtlichkeit sehen, um die Besonderheiten des Raums in die Planung einfließen zu lassen.“ Dies war auch bei diesem Projekt nicht anders, und so fiel frühzeitig auf, dass die historische Mauer nicht ganz gerade war. Sehr befriedigend gelöst wurde dies mit einer Vorwandinstallation, die außerdem die Möglichkeit bot, diverse Leitungen hinter der Wand zu verlegen.

 

Küche in historischem Ökonomiegebäude

Die Küche steht im ersten Obergeschoss eines historischen Ökonomiegebäudes im mittelalterlichen Rietviertel von VS-Villingen. Nach Untersuchungen, die Architekt Johannes Auberle (Die Bau-Manufaktur GmbH, VS-Villingen) vor Jahren im Zuge der Sanierung vornehmen ließ, stammt das Gebäude aus der Mitte des 17. Jahrhunderts. 

Weil die oberen Geschosse ursprünglich zur Lagerhaltung genutzt wurden, können sich die heutigen Bewohner über ungewöhnliche Raumhöhen freuen, wodurch die offene Küche mit Ess-Bereich alles andere als drückend wirkt. Zwischenzeitlich eingebaute Trennwände hatten keine statische Funktion und konnten 2005 rückgebaut werden. Die Küche ist jetzt die eigentliche Zentrale des Hauses und öffnet sich zum Garten hin, wo der Einbau großer Fenster nicht im Widerspruch zum Denkmalschutz stand. 

Text: Frank Würthner/Johannes Laible

Fotos: Würthner Wohnen/www.kevinlesar.de